Die Stulle Carmerstrasse 10, 10623 Berlin Charlottenburg
Tel. 030 31179403
Montag & Donnerstag bis Sonntag 9-17:30 Uhr

Die Stulle Carmerstrasse 10, 10623 Berlin Charlottenburg
Tel. 030 31179403
Montag & Donnerstag bis Sonntag 9-17:30 Uhr
Von der einfachen Brotschnitte zur kulinarischen Ikone
Die Stulle.
Für Berliner weckt dieses Wort Erinnerungen an Kindertage, schnelle Pausenbrote und die tröstende Einfachheit von gutem Brot mit Butter. Bei Die Stulle in Charlottenburg wird diese geliebte Berliner Tradition zu etwas Außergewöhnlichem – einem kulinarischen Erlebnis, das Tradition ehrt und gleichzeitig moderne Kreativität und saisonale Fülle umarmt. In diesem umfassenden Guide erkunden wir die Geschichte der Stulle, ihre kulturelle Bedeutung für Berlin und wie Die Stulle diesen kulturellen Schatz neu interpretiert.
Der Begriff „Stulle” ist typisch berlinisch. Während andere Regionen „Bemme” in Sachsen, „Bütterken” in Teilen Norddeutschlands oder einfach „Butterbrot” im Hochdeutschen sagen, repräsentiert die Stulle mehr als nur ein belegtes Brot. Sie verkörpert eine kulinarische Philosophie, die tief in der deutschen Esskultur verwurzelt ist: Dass außergewöhnliche Zutaten minimaler Verarbeitung bedürfen, um zu glänzen.
Der Ursprung des Wortes „Stulle” ist linguistisch faszinierend. Einige Sprachexperten führen es auf das mittelhochdeutsche Wort „Studel” zurück, das einen Strudel oder einen dicken, gestapelten Gegenstand bedeutet – eine passende Beschreibung für das gestapelte Brot. Andere verbinden es mit dem Niederdeutschen „Stel”, das fest oder steif bedeutet, wahrscheinlich in Anspielung auf das feste Brot, das die Grundlage bildet.
Historisch gesehen entstand das deutsche Butterbrot aus der Not heraus und wurde durch Handwerksstolz verfeinert. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit, als Butter teuer und Bauern-Familien vorbehalten war, strichen ärmere Menschen Schmalz oder Fette auf dichtes, herzhaftes Brot. Dies war nicht nur eine Mahlzeit, sondern eine praktische Lösung für schnelle, tragbare Nahrung für Arbeiter auf dem Feld.
Mit wachsendem Wohlstand während der Industrialisierung wurde Butter zum Standard für breitere Bevölkerungsschichten. Doch parallel dazu stieg auch die Qualität und das Prestige des Brotes selbst. Deutsche Bäcker entwickelten raffinierte Sauerteig-Techniken, Roggenbrote mit komplexen Geschmacksprofilen und Vollkornvarianten, die allein als Hauptdarsteller einer Mahlzeit bestehen konnten und nur eine dünne Schicht guter Butter und vielleicht eine Scheibe handwerklich hergestellten Käses oder Aufschnitts benötigten.
Die Stulle wurde besonders wichtig während des 20. Jahrhunderts in Berlin. Als die Stadt zur Hauptstadt des Deutschen Reiches wurde und später während der Teilung zu einer Insel im Osten, entwickelte die Stulle eine quasi-nationale Bedeutung für Berliner Identität. Sie war erschwinglich, tragbar, nährend und, wenn gemacht mit guten Zutaten, köstlich. Die Stulle wurde zur Mahlzeit des Arbeiters, des Beamten, des Schülers – sie durchspannte Klassenlinien und wurde zum Symbol Berlins.
“Und dazu ein belegtes Brot mit Schinken, ein belegtes Brot mit Ei…”
Die Stulle hat ihren Platz im deutschen kulturellen Bewusstsein so sehr verdient, dass sie einen eigenen Wikipedia-Artikel besitzt. Die deutsche Punkband Die Toten Hosen verewigte sie 1990 in ihrem Song „Eisgekühlter Bommerlunder”. Dies war nicht einfach eine Erwähnung eines Lebensmittels – es war eine kulturelle Hommage an das Alltägliche, das Praktische, das Authentische.
In Filmen des deutschen Kinos wird die Stulle oft als Symbol für Normalität und Bodenständigkeit verwendet. Sie erscheint in Szenen, die Berlin-Authentizität vermitteln möchten – der Arbeiter beim Frühstück, der Schüler mit seinem Schulbrot. Diese Ikonographie zeigt, wie tief die Stulle in der Berliner und deutschen Identität verankert ist.
“Exzellentes Brot als Leinwand.”
Bei Die Stulle am Savignyplatz erlebt die traditionelle Stulle eine kreative Renaissance, die Tradition respektiert, während sie moderne gastronomische Erwartungen erfüllt. Das Grundprinzip bleibt unverändert: exzellentes Brot als Leinwand für hochwertige Zutaten. Doch die Ausführung hat sich transformiert.
Während eine traditionelle Stulle aus einer einzelnen Brotscheibe mit Butter und vielleicht Käse oder Schinken besteht – bewusst einfach, um Brot und Belag Raum zu geben, ihre individuellen Geschmäcke auszudrücken – sind Die Stulle’s Kreationen „hochgestapelt”. Dies bedeutet nicht chaotisch oder unausgewogen, sondern sorgfältig konstruiert mit mehreren Schichten von Gemüse, Proteinen, Aufstrichen und Garnituren, die ernährungsphysiologische Vollständigkeit und visuelle Attraktivität liefern.
Diese Erhebung respektiert die Tradition und adressiert gleichzeitig moderne Bedürfnisse. Ein zeitgenössischer Gast erwartet mehr Vielfalt, mehr sichtbare Zutaten, mehr Sättigungsgefühl aus einer Mahlzeit. Ein Instagram-bewusster Diner erwartet auch visuelle Schönheit. Eine gesundheitsbewusste Person möchte Vitamine, Proteine und Ballaststoffe in einer Mahlzeit. Die Stulle’s Ansatz integriert all dies.
Die kreative Konstruktion der Stullen folgt dabei Prinzipien von Balance und Harmonie. Nicht jedes Element schreitet gleich. Eine klassische hochgestapelte Stulle könnte:
Das Ergebnis ist nicht nur optisch beeindruckend, sondern auch ernährungsphysiologisch komplett – komplexe Kohlenhydrate, hochwertige Fette, diverse Gemüse, ausreichend Protein. Die Mahlzeit erfüllt zeitgenössische Erwartungen an Qualität, Vielfalt und Nährwert, während sie die Seele von Berlins beliebtem Streetfood bewahrt.
Was Die Stulle besonders macht, ist die Engagement für regionale, saisonale Zutaten. Das Café betont: „regionale Lieferanten, ausgewählte Produkte” und die Philosophie, dass „hausgemacht immer noch am besten schmeckt”.
Diese Commitment geht über Marketing hinaus. Es bedeutet, dass jeder Bestandteil einer Stulle – vom Brot bis zur letzten Garnitur – mit Sorgfalt ausgewählt ist. Das Brot kommt von Handwerksbäckern, die traditionelle Fermentationstechniken verwenden. Die Butter stammt von Molkereien, die regionale Milch verarbeiten. Das Gemüse kommt von Höfen, die in der Nähe von Berlin liegen, oft mit direkter Beziehung zwischen Hof und Küche.
Für mehr Informationen über die Deutsche Butter- und Käsequalität siehe die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.
Saisonalität trifft Kreativität
Wenn im Frühling Spargel eintrifft (typischerweise Mitte April), wird er zur Featured-Zutat. Dieser edel-elegante Gemüse mit seinem komplexen, leicht nussigen Geschmack wird vielleicht mit pochiertem Ei oder einfach mit guter Butter gepaart.
Sommertomaten auf ihrem Höhepunkt der Reife inspirieren neue Kombinationen, vielleicht gepaart mit frischem Mozzarella aus regionaler Produktion, Basilikum und guten Öl – eine Umkehrung der Caprese salad auf Brot.
Herbstliche Wurzelgemüse – Rote Bete, Karotten, Pastinaken – bringen Wärme und erdige Süße in die Menüs, vielleicht geröstet und mit Nussöl und frischen Kräutern kombiniert.
Winter’s robuste Grüns und Kohlgemüse werden zum Helden, vielleicht durch schnelle Gärung oder Braisierung zubereitet, um ihre natürliche Süße hervorzubringen.
Saisonale Zutaten schmecken besser, kosten weniger und reduzieren die Umweltbelastung. Für Die Stulle bedeutet dies, dass Stammgäste nie Menü-Müdigkeit erleben. Dies schafft eine Balance zwischen Routine und Entdeckung. Mehr über nachhaltige Landwirtschaft in Brandenburg erfahren Sie beim Ministerium für Landwirtschaft Brandenburg.
Die Lage von Die Stulle im Savignyplatz-Bereich von Charlottenburg platziert es in einer der charmantesten und kulinarisch gesättesten Nachbarschaften Berlins. Der Savignyplatz selbst, benannt nach Friedrich Carl von Savigny, wurde als grüne Oase im 19. Jahrhundert entworfen.
Das Gebiet erreichte sein goldenes Zeitalter während der Weimarer Republik, als es Intellektuelle und Künstler anzog. Nach der Wiedervereinigung behielt der Savignyplatz sein „altes West-Berliner Flair”. Seine Bewohner tendieren zu älter, wohlhabender und länger ansässig als Berlins Durchschnitt. Mehr über die Geschichte von Charlottenburg finden Sie auf der offiziellen Berlin-Website.
Während die Nachbarschaft etablierte Restaurants mit internationaler Küche beherbergt, gab es eine Lücke in authentischer, kreativ modernisierter deutscher Küche. Hier schnitzt sich Die Stulle seine Nische. Es ist eine Aussage, dass deutsche Küche ihren Platz am modernen kulinarischen Tisch anspruchsvoll verdient.
Die Straßen um Savignyplatz sind gesäumt mit Bäumen, unabhängig Buchläden und Boutiquen. Die Stulle selbst, in der Carmerstraße 10 gelegen, sitzt in einem wunderschönen altmodischen Gebäude, was ihr ein authentisches lokales Gefühl bewahrt.
In einer Ära globalisierter Esskultur, Instagram-getriebener Gastronomie-Trends und der Umarmung von Fusion-Küche repräsentiert die Stulle etwas zunehmend Wertvolles: echte Authentizität verwurzelt im Ort und in der Geschichte.
Die Stulle verbindet Gäste direkt mit Berlins kulinarischer Identität. Wenn Sie eine Stulle essen, essen Sie ein Stück Berlin-Geschichte. Das Wiederaufleben des Interesses an deutscher Brotkultur ist bemerkenswert. Selbst etwas so „quintessentiell Deutsches” wie die Kunst des Brotbackens sah seine Qualität revolutioniert durch Expats wie Alfredo Sironi und Florian Domberger. Diese Kreuzbestäubung von Tradition und Innovation spiegelt perfekt wider, was Die Stulle mit dem bescheidenen Sandwich erreicht.
Über die Essen selbst hinaus verkörpert Die Stulle den communalen Aspekt der Berliner Café-Kultur. Die „Wohlfühloase”-Atmosphäre, kombiniert mit dem „herzlichen Team”, schafft einen Raum, wo Einheimische sich versammeln. Es ist ein “Dritter Ort” für sein Viertel – weder Heim noch Arbeit, sondern ein Raum für Gemeinschaft. Lesen Sie mehr über Berliner Café-Kultur bei tip Berlin.
Während sich deutsche Esskultur weiterentwickelt, beweisen Konzepte wie Die Stulle, dass traditionelle Lebensmittel nicht nur überleben, sondern gedeihen können, wenn sie mit Kreativität, echtem Respekt für Zutaten und Responsivität auf zeitgenössische Werte angegangen werden.
Was Restaurants lernen können:
“Die besten gastronomischen Innovationen bestehen nicht darin, etwas völlig Neues zu erfinden, sondern darin, etwas Zeitloses zu perfektionieren.”
Die Stulle bleibt Stulle, aber sie hat sich weiterentwickelt, genau wie Berlin selbst.
Carmerstraße 10, Charlottenburg
Montag und Donnerstag bis Sonntag von 9:00 bis 17:30 Uhr.
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