Die Stulle Carmerstrasse 10, 10623 Berlin Charlottenburg
Tel. 030 31179403
Montag & Donnerstag bis Sonntag 9-17:30 Uhr

Die Stulle Carmerstrasse 10, 10623 Berlin Charlottenburg
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Das Wichtigste in Kürze
Es gibt Gerichte, die man nicht erfindet. Man erbt sie, verändert sie über Jahre in winzigen Schritten und merkt irgendwann, dass daraus etwas Eigenes geworden ist. Unser Apfelkuchen ist so ein Gericht. Die Berliner Morgenpost hat ihn zum besten der Stadt gekürt – was uns gefreut und gleichzeitig in eine unangenehme Lage gebracht hat. Denn seitdem fragt jeder nach dem Rezept.
Also hier ist es. Vollständig, ohne ausgelassenen Schritt, ohne den einen geheimen Handgriff, den Konditoren gern für sich behalten. Wir glauben nicht, dass ein Rezept ein Betriebsgeheimnis ist. Das Handwerk dahinter ist das Geheimnis – und das lässt sich ohnehin nicht abschreiben.
Warum die Sorte über alles entscheidet
Der häufigste Fehler beim Apfelkuchen wird im Supermarkt gemacht, nicht im Ofen. Wer einen süßen, mehligen Apfel kauft, bekommt Apfelmus zwischen zwei Teigschichten. Was ein Apfelkuchen braucht, ist Säure und Struktur – ein Apfel, der beim Backen seine Form behält und dem Zucker im Teig etwas entgegensetzt.
| Sorte | Eignung | Charakter |
|---|---|---|
| Boskoop | Sehr gut – unsere erste Wahl | Kräftig säuerlich, feste Struktur, bleibt beim Backen bissfest. Der klassische Kuchenapfel. |
| Elstar | Sehr gut | Aromatisch, ausgewogen zwischen süß und sauer, zerfällt nicht. |
| Braeburn | Gut | Fest und knackig, etwas milder. Gute Wahl außerhalb der Boskoop-Saison. |
| Jonagold | Brauchbar | Süßer, weicher. Funktioniert, wenn Du den Zucker im Teig reduzierst. |
| Golden Delicious | Ungeeignet | Zu süß, zu weich, wird beim Backen breiig. |
| Red Delicious | Ungeeignet | Wenig Säure, mehlige Konsistenz. Ein Tafelapfel, kein Backapfel. |
Von September bis in den Winter arbeiten wir mit Boskoop aus regionalem Anbau. Der Rest des Jahres ist ein Kompromiss – und wir sagen das offen, statt so zu tun, als gäbe es im Juni deutsche Herbstäpfel.
Ein guter Apfelkuchen schmeckt nach Apfel. Das klingt banal, ist aber der Punkt, an dem die meisten scheitern.
Belege
Bester Apfelkuchen Berlins
von der Berliner Morgenpost ausgezeichnet
Ausgezeichnet von der Berliner Morgenpost
Nachzulesen im Beitrag der Berliner Morgenpost über Apfelkuchen in Berlin.
Die Nussschicht
Gemahlene Nüsse zwischen Teig und Äpfeln nehmen den austretenden Saft auf. Das ist der Grund, warum der Boden knusprig bleibt.
Untere Schiene, kein Backpulver
Der Boden braucht Hitze von unten, der Mürbeteig braucht Ruhe statt Trieb. Beides zusammen macht den Unterschied.
Vegan und glutenfrei möglich
Auf Anfrage und je nach Tagesangebot. Die Kuchenvitrine wechselt täglich – frag am Tresen, was heute da ist.
Öffentlich nachprüfbar: 4,4 von 5 Sternen bei über 1.700 Google-Bewertungen (Stand: September 2026). Was heute in der Vitrine steht, siehst Du auf unseren Speisekarten oder direkt vor Ort.
Mürbeteig und die drei Fehler, die alle machen
Mürbeteig lebt davon, dass kleine Butterstücke im Mehl eingeschlossen bleiben. Im Ofen verdampft das Wasser aus der Butter und sprengt den Teig auf – das ist die Mürbheit. Ist die Butter warm, verbindet sie sich mit dem Mehl zu einer Paste, und der Boden wird hart statt mürbe. Die Butter gehört kalt und in Würfeln in die Schüssel, direkt aus dem Kühlschrank.
Sobald Mehl und Flüssigkeit sich berühren, entsteht Gluten. Gluten ist beim Brot der Freund und beim Mürbeteig der Feind. Knete nur so lange, bis der Teig gerade zusammenhält – dreißig Sekunden, nicht drei Minuten. Er darf ruhig noch etwas krümelig aussehen.
Mindestens eine Stunde im Kühlschrank, besser über Nacht. Das entspannt das wenige entstandene Gluten und lässt die Butter wieder fest werden. Ein Teig, der direkt aus der Schüssel in die Form wandert, zieht sich beim Backen zusammen und reißt.
Warum wir das beurteilen können
Wir backen jeden Tag. Das heißt: Wir haben diesen Kuchen nicht einmal entwickelt und dann abgeheftet, sondern über Jahre hinweg immer wieder gebacken, verändert und wieder gebacken – bei wechselnden Äpfeln, wechselnden Jahreszeiten und einer Vitrine, die abends leer sein soll.
Deshalb stehen in diesem Rezept auch die Fehler. Zu warme Butter, zu langes Kneten, keine Ruhezeit: Das sind nicht die Fehler, die wir uns ausgedacht haben, sondern die, die tatsächlich passieren – uns am Anfang genauso wie Dir zu Hause.
Was wir nicht behaupten: dass es nur eine richtige Art gibt, Apfelkuchen zu backen. Was wir sagen können, ist, was in unserer Küche reproduzierbar funktioniert.
Autor
die Stulle – Lecker Essen Manufaktur, Carmerstraße 10, 10623 Berlin-Charlottenburg. Wir backen unser Sauerteigbrot selbst, stellen Cremes, Dips und Granola in der eigenen Küche her und arbeiten für glutenfreie Backwaren mit der Maisterei zusammen. Was hier steht, kommt aus dem täglichen Betrieb – nicht aus einer Pressemappe.
Für eine Springform von 26 cm · 12 Stücke
Aus der Backstube
Gemahlene Haselnüsse zwischen Teig und Äpfeln sind kein Geschmacksträger, sondern ein Schwamm. Sie nehmen den Saft auf, den die Äpfel im Ofen abgeben. Ohne sie weicht der Boden durch – egal wie gut der Teig war.
Der Boden muss von unten Hitze bekommen, bevor die Äpfel oben Saft ziehen. Auf mittlerer Schiene gebacken bleibt der Boden hell und weich.
Mürbeteig braucht kein Triebmittel. Backpulver macht ihn kuchig und weich – genau das, was ein Apfelkuchenboden nicht sein soll.
Boskoop bringt so viel Aroma mit, dass 60 g Zucker für 1,2 kg Äpfel reichen. Die meisten Rezepte nehmen das Doppelte und übertönen damit den Apfel.
Apfelkuchen schmeckt am Tag nach dem Backen besser. Die Aromen ziehen durch, der Teig setzt sich. Bei Zimmertemperatur lagern, nicht im Kühlschrank.
Butter lässt sich durch feste vegane Alternative ersetzen, das Ei durch 3 EL kaltes Wasser. Für glutenfrei arbeiten wir mit einer Mehlmischung und etwas mehr Bindung – das Ergebnis ist bewusst etwas mürber.
Carmerstraße 10, Savignyplatz
Wir backen unseren Apfelkuchen jeden Morgen frisch – zusammen mit dem Rest unserer hausgemachten Kuchen und Gebäcke. Wenn Du ihn probieren willst, bevor Du fünf Stunden in Deiner Küche verbringst: Wir sind montags sowie donnerstags bis sonntags von 9 bis 17.30 Uhr da. Am schönsten ist er nachmittags, wenn es ruhig wird.
Boskoop. Er bringt genug Säure mit, um dem Zucker im Teig etwas entgegenzusetzen, und behält beim Backen seine Form. Alternativ funktionieren Elstar und Braeburn sehr gut. Ungeeignet sind süße, mehlige Sorten wie Golden Delicious.
Zwei Gründe. Erstens: Die Äpfel wurden nicht vorgezogen, sodass ihre Flüssigkeit erst im Ofen austritt. Zweitens: Es fehlt eine Sperrschicht aus gemahlenen Nüssen oder Semmelbröseln zwischen Teig und Füllung.
Ja, am besten stückweise und vollständig ausgekühlt. Bei Zimmertemperatur auftauen lassen und kurz bei 150 °C aufbacken – dann wird der Boden wieder knusprig.
Abgedeckt bei Zimmertemperatur drei bis vier Tage. Nicht in den Kühlschrank – dort wird der Mürbeteig zäh.
Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Berliner Morgenpost unseren zum besten der Stadt gewählt hat. Du findest ihn in der Carmerstraße 10 am Savignyplatz in Charlottenburg, täglich frisch gebacken außer dienstags und mittwochs.
Frisch gebacken schmeckt er immer noch am besten.
Karte ansehenDas Rezept ist ehrlich – aber an manchen Tagen ist ein Stück Kuchen am Savignyplatz einfach die bessere Idee. Für Gruppen und ganze Kuchen sprich uns am besten vorher an.
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die Stulle, Carmerstraße 10, 10623 Berlin-Charlottenburg · Mo, Do–So 9:00–17:30 Uhr · Dienstag & Mittwoch Ruhetag · Tel. +49 30 31179403
